Daten sind die neuen Produkte

Wenn abstrakte Personendaten wie Meta-Daten einen Wert bekommen, weil sie in Zukunft vermehrt getauscht und gehandelt werden, ist die Frage, ob man auch mit fiktiven Daten verdienen wird. Überprüfbar ist dies, nicht wirklich ob es „echte“ oder fiktive Daten sind, da die Datensammler die Hoheit über die gesammelten Daten haben. Sei es, ob es fehlerhafte, manipulierte oder rein erfundene Daten sind, kaum jemand, ausser vielleicht die Datensammler selber, können oder wollen nicht über die Qualität der Daten Auskunft geben.

Die Jagd und
das unberührte Naturverständnis

Buch mit der schriftliche Abschlussarbeit über die Jagd
Die Jagd und das unberührte Naturverhständnis, 23.05.2016
«Schriftliche Abschlussarbeit − Vorkurs im Modulsystem», F+F Schule für Kunst und Design Zürich

EINLEITUNG

In meiner fotografischen Arbeit habe ich die Jagd als Thema gewählt, um diese zu dokumentieren. Dabei beschäftigte ich mich nicht nur mit der Jagd als Thema selbst, sondern ich fragte mich auch, warum dieses Thema eine starke Faszination auf mich ausübt. Ich stellte mir vor, wie es wohl sei, selbst auf die Jagd zu gehen. Wie es sei, mit dem Gewehr durch die Natur zu pirschen und einem Wildtier auf der Lauer zu sein. Zu wissen, wo sich die Wildtiere in der Natur befinden, um wie ein Raubtier sich ihnen anzunähern und zu töten, damit man in der Wildnis leben kann. Zudem erzählte mir einmal ein Bekannter, dass man in einem bestimmten Gebiet in Norwegen schon als Kind fischen und jagen lernt. Da ich selbst eine halbe Norwegerin bin, aber in der Schweiz aufwuchs, regte dieser kulturelle Unterschied in meinem Kopf Bilder an von Menschen, fernab der Zivilisation, mit einer ursprünglichen, aber nicht mehr üblichen Lebensweise. Diese Vorstellung von einem ursprünglichen Leben wurde noch bestärkt, als ich während meinen Recherchen auf die Inuit-Indianer gestossen bin, die als Polarjäger in Kanada und Grönland unterwegs sind, sowie die Tschuktschen, die im Nordosten Sibiriens in der Tundra leben. Beide indigenen Völker leben in einer unwirklichen Eislandschaft und sind Rentier-Nomaden oder aktive Jäger von Seerobben, die sie zum Leben brauchen.

Ich war mir bewusst, dass diese Vorstellung von der Jagd in einer ursprünglichen und unberührten Natur etwas romantisch angehaucht ist, aber ganz speziell merkte ich dies, nachdem ich die vielen Regeln und Bestimmungen in den Jagdbetriebsvorschriften 2014 des Kantons Graubünden gelesen habe. Ich realisierte, dass die Jagd in der Schweiz wohl nicht sehr viel gemeinsam mit dieser Vorstellung zu tun hat.

Und dennoch schien mir diese Sache mit der Suche nach einer unberührten Natur und einer ursprünglichen Welt eine gewisse Rolle zu spielen. Was dies genau ist, wollte ich herausfinden. Ich stellte mir die Fragen, woher diese Vorstellung bzw. dieses Bild einer unberührten Natur kommt, ob es realistisch ist und warum es dieses Bedürfnis nach einer Ursprünglichkeit der Natur gibt.

Ich möchte nun im folgenden Text dieses Naturbild von einer Ursprünglichkeit und Unberührtheit hinterfragen, indem ich zuerst über meine eigenen Erfahrungen und Gedanken von der Jagd berichte, danach die historische Entwicklung aufzeige und auf die Gegenwart beziehe, um damit aufzuzeigen, dass es keine unberührte und ursprüngliche Natur im eigentlichen Sinn mehr gibt, da das Verständnis von einer unberührten Natur stark mit dem Tourismus verknüpft ist sowie mit dem Natur-, Landschafts- und Tierschutz, was die Kontroverse über die Jagd noch zusätzlich anheizt.

„Die Jagd und
das unberührte Naturverständnis“
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